1985 Boris Becker gewann als 17-jähriger zum ersten Mal Wimbledon, Michail Gorbatschow wurde Präsident der Sowjetunion, die Jugend Westdeutschlands entdeckte Breakdance und der Kernreaktor in Tschernobyl war noch nicht in die Luft geflogen. Doch das Beste: Im bayrischen Dingolfing wurde gerade ein cosmosblauer 635 CSi zusammengeschraubt. Mein 635 CSi, den ich 20 Jahre später besitzen sollte. |
| Der Wagen wurde im Dezember 1985 als Fahrzeug des Geschäftsführers einer Metallbaufirma zugelassen. Der Herr mochte es anscheinend dezent und funktionell, denn die Liste der zusätzlich bestellten Extras war äußerst kurz: Metalliclack, Stahlkurbelhebedach (mechanisch), das war's. Okay, der Wagen besitzt Bordcomputer, Zentralverriegelung, 4 el. Fensterheber, el. Spiegel, Colorglas, ABS, Checkcontrol und Sportsitze, aber all das gehörte damals schon zur serienmässigen Basisausstattung. Bei einem Neupreis von 70.250, DM (der Wert von 4 VW Golf II) konnte man das allerdings auch erwarten. Schließlich spielte der 635 CSi als Oberklasse-Coupé auf einem ähnlichen Level wie Mercedes SEC, Porsche 928 und Jaguar XJ-S. Auf Entfall des Modellschriftzuges am Heck wurde vom Erstbesitzer Wert gelegt, sogar der serienmässige Front- und Heckspoiler wurde abbestellt. So wirkt der Wagen auf den ersten Blick schon fast wie der kleinere 628 CSi. That's understatement. |
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| Kurz nach dem Kauf im Jahre 2005 |
| Sommer 2005 Ich war auf Autosuche. Ein Coupé sollte es sein, das war schon mal klar. Ein (kommender) Klassiker auch. Ausreichend motorisiert, alltagstauglich und vor allem auch noch bezahlbar. Meine Wahl fiel auf den Sechser-BMW, ein Wagen der mich schon immer begeisterte. Luxuscoupé, Top-Stecher im Autoquartett. Eine stilvolle Kombination aus Cruiser und Sportler. Nach längerer Suche bei Mobile, Autoscout & Co und anschließender Ernüchterung über schlechte Zustände, überzogene Preise oder meistens sogar beides zusammen, stieß ich in einem Forum auf den Tipp eines 6er Fahrers. In Itzehoe, einer Kleinstadt nördlich von Hamburg, sollte ein guterhaltenes Exemplar aus Ersthandbesitz stehen. Einen Tag später fuhr ich zur dortigen BMW-Niederlassung. Dort wurde der Wagen im Kundenauftrag zum Verkauf angeboten. Die originale, pure Optik gefiel mir gleich. Ich hätte auch nichts gegen die typischen 635er-Spoiler gehabt, aber so wie er da stand, sah der Wagen für mich einfach stimmig aus. Kein Chi-chi und kein Geprotze. Stilistisch einfach nah an der Urform. Die stoffbezogene, blaukarierte Wohnwelt (immerhin Sportsitze) und die braungetönten Scheiben störten mich auch nicht. Ab Mitte der 90er Jahre wirkte diese Kombination wahrscheinlich schon wieder ziemlich skuril und seltsam, aber die ungewöhnliche Zusammenstellung hatte für mich etwas besonderes. |
| Die 90er Jahre erlebte der Cosmosblaue fast vollständig im eingemotteten Zustand. Zugelassen war er lediglich von Dezember 1985 bis Mai 1993. Danach wurde er 12 Jahre lang fachgerecht in einer Garage (angeblich mit Luftentfeuchter) eingelagert. "Um das Fahrwerk zu entlasten, wurde der Wagen mit abmontierten Rädern auf neoprenbezogenen Holzböcken gelagert und der Motor jedes Jahr einmal 'kalt' durchgedreht" erzählte mir der Besitzer des Wagens. Auch die bisher 150.780 abgespulten Kilometer in 7,5 angemeldeten Jahren, also ein Jahresschnitt von 20.000 km, klangen plausibel. Und eher nach Autobahn-Langstrecke statt Brötchenholen mit kaltem Motor. Ausser einer kleinen Stelle am hinteren Radlauf wirkte der 6er überraschend rostfrei. Da hatte ich schon ganz andere Exemplare gesehen. Rost ist leider Thema Nummer Eins beim E24. Verzinkte Bleche wurden bei BMW leider erst später eingeführt. Die Inspektion auf der Hebebühne (mit Unterstützung eines Kollegen, der Mechaniker ist) fiel ebenfalls positiv aus. Sämtliche Öle und Flüssigkeiten waren auch schon erneuert worden. Das Einzige was noch störte war der relativ hohe Kaufpreis. 10.000,- Euro sollten es sein. |
| Nach zwei weiteren Treffen und einigem Feilschen wurden wir uns schliesslich bei 9.100,- Euro einig. Immer noch eine stolze Summe, aber Blechsubstanz und Vollständigkeit waren mir den Kurs wert. Schließlich war von der Akkulampe über kompl. Bordwerkzeug, jungfräulichem Reserverad, eingeschweisstem Original-Verbandskasten bis zum Kaufvertrag von 1985 alles komplett. Einige Ersatzteile, Belege, Fotos von damals und einen zweiten Satz Felgen gab es noch mit dazu. Direkt nach dem Kauf ging es zur Zulassungsstelle. Die Bauratabnahme stand an. Nach 12 Jahren Standzeit hatte ich schon einige Bedenken gleich durch den TÜV zu kommen. Die mindestens 12 Jahre alten Pirelli Cinturato waren schließlich auch schon eher Hartgummi als griffig. Doch der Prüfer beanstandete lediglich das schlecht eingestellte Fernlicht, die nicht ganz korrekt befestigte Batterie und eine eingerissene Gummi-Manschette. Plakette drauf, Wunschkennzeichen dran und fertig. |
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| Gleich gehts los. |
Zack. |
Dick auf die Nähte und Problemstellen. |
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| Wie beim Backen: Das dazugehörige Blech (siehe erstes Bild oben) wird von Hand gefettet. |
Innenraum: A-Säule |
B-Säule, Gurtrollenaufnahme und Fensterheber hinten. |
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| Unter der Rücksitzbank. |
Hintere Stoßstange. |
Nase... |
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| Im Kofferraum geht's weiter: Vor dem Fetten. |
Blick durch die ausgebaute linke Rückleuchte. |
Rechte Rückleuchte von innen. |
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| Mit viel Liebe. |
Kennzeichenleuchten, beliebte Roststelle. |
Batteriefach von oben... |
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| ...und unten. |
Stoßstange vorn. Das Gummi wird angehoben und heisses Fett per Spritze injiziert. |
So sieht's aus wenn es erkaltet ist. |
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| Spiegeldreieck entrostet... |
...grundiert... |
...lackiert und konserviert. |
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| Verdächtige Stellen an der Wagenheberaufnahme. |
Kratzprobe braun. |
Unterbodenschutz runtergeholt. |
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| Sandstrahlen bzw. Glasperlstrahlen. |
So wird's gemacht. |
Eins... |
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| ...zwei... | ...drei fertig ist der Lack. |
Inklusive Fett. |
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| Tür, innen. |
Mit der Spritze in den Falz unter der Dichtung. |
Hier wurde zuvor auch gestrahlt, grundiert und lackiert. |
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| Anderes Fett. |
Neue Türfolie. |
Bereich um das Differential. |
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| Zierleiste von innen gefettet, |
Fensterheber abschmieren, |
Finish mit speziellem, gummiverträglichen Fett unter den Fensterdichtungen. |
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Ratzepüh. |
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April Zweitausendneun und los geht's — leider erstmal mit Reparaturen in der Werkstatt: Kupplung, Hardyscheibe, Schwingungsdämpfer, Pilotlager neu. |
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| Rad wieder dran. |
Warteposition |
Neue Chromecke, neue Gummileiste. |
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| Schwarze Blende frisch lackiert. |
In Abhollaune. |
Ab ins Winterquartier. |
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| Volltanken. |
6er vs 6er |
Rechts gewinnt. |
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Winterpause. Langweilig. Gibt's nicht irgendwas zu optimieren? |
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2011 |
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| Saschas E9 Coupé | mit Blaupunkt Diktiergerät | |||||
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| Hafenbahnhof, Gr. Elbstraße |
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| TRX Reifen und Spinnenbeinfelgen — meiner Meinung nach eine der passendsten Kombinationen für den Sechser. Speziell für die mittlere Serie, den CS/1. Den Gedanken, meinen Wagen damit zu bestücken, hatte ich schon etwas länger. Durch einen Bekannten erfuhr ich, daß Michelin gerade eine neue Charge passender 220er Reifen aufgelegt hatte. DOT 0312, also März diesen Jahres! Die Pellen waren gerade noch in der Endkontrolle und man konnte sich zu dem Zeitpunkt noch auf eine Vorbestellungsliste setzen lassen. Jetzt oder nie, da musste ich zuschlagen. Das schwarze Gold mit dem Profil der achtziger Jahre wurde kurz darauf von MOR frei Haus geliefert. Nun mussten nur noch die entsprechenden Felgen her. Ursprünglich wollte ich mir vier einzelne, unbenutzte Ersatzräder aus der Bucht ersteigern. Aber das hätte mehrere Wochen gedauert und ich war ehrlich gesagt ziemlich heiß, die Teile endlich auf dem Wagen zu sehen. Gab es die eigentlich noch im Ersatzteilkatalog von BMW-Classic? Es gab sie. Jetzt konnte ich endlich den Haken in der Option setzen, die der Erstbesitzer 1985 vergessen hatte. Einmal die Sonderausstattungsnummer 290 bitte: einen Satz geschmiedeter BMW Leichtmetallfelgen TRX220/55VR390. |
Mit den in Pappkartons verpackten Alus aus dem Hause Fuchs ging es dann zum Reifendienst meines Vertrauens. Die Reifenjungs wussten allerdings mit "TRX" (hier eine Grafik) rein gar nichts anzufangen. Als ich ihnen erzählte, daß die Felgen keine Zollmaße, sondern 39 Zentimeter Durchmesser hätten, waren sie völlig ratlos. Da musste der Chef ran. Der war auch ganz verdattert "das heute jemand noch so etwas aufziehen lässt". Als ich die vier Neufelgen dann aus ihrer Verschachtelung befreite, war er allerdings beeindruckt. |
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| schleck | so sauber ist's nur einmal | lass ihn runter | jawoll! |
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| Liebe Adapter-Kassette, Du hast all die Jahre treue Dienste geleistet, aber Dein Sound war leider zu schlecht und das Kabel-Gebimsel hat einfach genervt. Was gibt es stattdessen für Alternativen? Die Musik via Funkfrequenz zum Radio zu schicken wäre für mich nicht das Gelbe vom Ei gewesen, ein direkter Zugang zum Becker Mexico schien die sinnvollste Lösung zu sein. Bei alten (Mono) Radios ist dies recht simpel: einfach ein passendes Adapterkabel kaufen und direkt an die DIN-Buchse des Geräts anschliessen. Bei einem Becker Mexico aus den achtziger Jahren ist das leider nicht ganz so einfach. Königs-Klassik Radios hatte die Lösung: ein Kabel mit einem Adapter wurde innen angelötet und durch ein ins Radiogehäuse gebohrtes Loch nach aussen geführt. Dort kann dann der MP3-Player/das Telefon direkt per Klinkenstecker angedübelt werden. Über die "M" Taste schaltet man dann auf die Musik vom MP3-Player um. Weil das Radio schon mal bei den Spezis war und noch ein paar Jährchen halten soll, wurden auch noch 36 Elcos gewechselt, das Gerät gereinigt, eingestellt und getestet. Kostenpunkt für alles zusammen: etwas unter 200,- Euro. Zum Anfang der Saison werden dann noch die Akkus der Service-Intervall-Anzeige ausgetauscht (noch sind sie nicht ausgelaufen) und die Glühlampen der Cockpit-Beleuchtung erneuert. Nach 28 Jahren kann man das mal machen. |
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| Der kleine schwarze Würfel ist der Adapter | BMW Radio Prospekt 1986 |